Karsten Weyershausen hat ein neues Buch herausgebracht: „111 Gründe erwachsen zu werden, …“
„Viele Männer merken nicht, daß sie große Kinder sind – Ein Berufsjugendlicher gönnt sich die ein oder andere Narrenfreiheit – den Respekt seiner Mitmenschen bekommt er aber nicht“
„Wahrscheinlich wird ein Berufsjugendlicher sein Problem gar nicht erkennen, denn das eigentliche Problem haben seine Mitmenschen, die ein übergroßes Kind ertragen müssen.“
Zitate aus einem Interview der Stuttgarter Zeitung vom 30. April 2009
Ich bin eigentlich nicht unbedingt ein Fan sog. „Ratgeber-Literatur“ – sie nervt auf allen Ebenen und quer durch die Republik, bestimmt oftmals Gespräche und Diskussionen und ist doch nur überflüssig. Aber manchmal kommen interessante Sequenzen dabei zutage, die einen nachdenklich werden lassen.
So z.B. in diesem Fall. Ich glaube schon seit längerer Zeit, daß Menschen mit AD(H)S sich Kindlichkeit zunutze machen, um Defizite zu überspielen. Keine unbedingt geplante Handlung, aber eine effektive. Unter dem Schutz mütterlicher Protection war es auch immer möglich, wird es auch immer möglich sein.
Mitmenschen sind aber nicht immer Mütter, selbst wenn, dann haben genau diese in heutigen Zeiten keine Zeit mehr und auch keine Muße, sog. mütterliches Handeln für sich und die Welt zu bedienen. Der Anspruch an Frauen und Mütter, sich in sozialen Berufen zu engagieren, oder wenn möglich sogar ehrenamtlich wird immer mehr zum Gegenstand sozialer Diskrepanzen.
Männer, die ihr Leben lang nichts anderes kannten, die durch Kriegs - und Nachkriegs-Sozialisation schon fast ein Gewohnheitsrecht beanspruchen, was mütterliche Protection betrifft, verlieren zunehmend die Orientierung. Und Männer mit AD(H)S-Handicap stehen durch fehlende Beratung in ihrer Lebensstruktur zunehmend auf dem Schlauch!
Karsten Weyershausen hat das Problem erkannt, nicht zuletzt durch sich selbst, indem er vor der Wahl stand, erwachsen zu werden oder die Liebe seines Lebens zu verlieren. Er selbst sagt: „Die Entscheidung fiel ihm leicht, das Erwachsenwerden dagegen nicht.“
Glückwunsch!
PS: AD(H)S – bedingt betrifft dieses Thema durchaus auch Frauen, sie sind allerdings seltener betroffen. Aber wenn, dann sind sie nicht minder anstrengend für ihre Umwelt!